Besucher-, Medien- und Dokumentationszentrum Museum

Friedland

Ein langgestreckter zweigeschossiger Riegel folgt parallel dem Verlauf der Bahngleise. Seine äußere Gestalt und die innere Wegeführung reflektieren die Länge des Weges der Flüchtlinge nach Friedland und schaffen so einen spezifischen Bezug zum Ort. Durch den erdgeschossigen Wandelgang wird das Haus integraler Bestandteil des künftigen Museumspfades. Vom Wandelgang aus erfolgt der Zugang ins Foyer mit angelagerter Wechselausstellung. Über eine flach geneigte Rampentreppe gelangt der Besucher dem zenital einfallenden Licht folgend ins Obergeschoss. Hier ist von erhöhter Stelle ein Ausblick in Richtung Lager möglich. Der Weg wendet sich um 180 Grad und führt in einer Wandelhalle, die die komplette Gebäudelänge spürbar macht, zurück nach Süden. Rechts der Wandelhalle liegen die drei Ausstellungsräume, links davon öffnet sich die Aussicht zum vorgelagerten Gleisfeld. Bänke laden zum Verweilen an diesem kontemplativen Ort ein und lassen das Gleisfeld zum authentischen Teil der Ausstellung werden. Das serielle Gestaltungsprinzip und die roh belassene Materialität leiten sich von der reduzierten Ästhetik schlichter Lagerarchitekturen ab. Die reliefierte Fügung des schwarz lasierten Holzbaus zaubert ein feines Schattenspiel auf die Fassade.

Daten

Wettbewerb 2018, 3. Preis