Berufsschule

Regensburg, 2025 / 1. Rang und Realisierung

Der Erweiterungsbau der Berufsschule bezieht sich städtebaulich auf das terrassierte Bestandsgebäude aus den frühen 1980er Jahren und ergänzt es um einen adressbildenden Gebäudekopf als südlichen Abschluss. Die bisherige Sackgassensituation der Erschließung wurde in einen Ringschluss überführt. Ein Schriftzug, der aus 20 cm starken Rohstahlplatten geschnitten wurde, markiert den Zugang zur Schule: Lehrer und Schüler werden von einer dreigeschossigen Halle empfangen, dem kommunikativen Treffpunkt im Herzen der Schule. Eine mit Eichendielen belegte Sitztreppe schafft Aufenthaltsqualität; von den geschwungenen Galerien der Obergeschosse ergeben sich reizvolle Blickbezüge nach unten. Über die haushohe Glasfassade fällt Tageslicht aus dem begrünten Innenhof in die Schulhalle.
In seiner Materialisierung knüpft der Neubau an das sorgfältig detaillierte Klinkermauerwerk des Bestands an und entwickelt diese weiter. Die speziell für den Neubau gebrannten, fünfeckigen Ziegelsteine wurden lagenweise gegeneinander versetzt vermauert, wodurch ein feines Fassadenrelief mit beinahe textiler Anmutung entstand. Das Sonnenlicht zaubert ein feines Licht- und Schattenspiel auf das reliefierte Mauerwerk. Auch im Inneren setzt sich das Sichtmauerwerk der Fassaden fort. Hier akzentuiert das Streiflicht der Lichtbänder den handwerklichen Charakter des Mauerwerks und erzeugt so eine gleichermaßen wertige wie robuste Raumatmosphäre in der neuen Berufsschule.