Lehr- und Lernzentrum der Universität Tübingen

Tübingen, 2020 / Anerkennung

Das neue Lehr- und Lernzentrum (LLZ) der Universität Tübingen und des zugehörigen Klinikums markiert den Endpunkt der künftigen, in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Magistrale, welche entsprechend des Masterplanes die zentrale Erschließungsachse des Klinik-Campus am Schnarrenberg bilden wird. Diese Magistrale entwickelt sich von einem neu geschaffenen Platz an der Schnarrenbergstraße nach Süden und verbindet die wichtigsten Gebäude des Campus untereinander. Nach Süden hin endet die Magistrale in einem geradezu spektakulär zu nennenden Aussichtspunkt mit Blick in die Altstadt und zur Schwäbischen Alb. Stadträumlich allerdings ist dieser Punkt im bisherigen Masterplan noch nicht angemessen herausgearbeitet. An dieser Stelle setzt der vorliegende Entwurf an und formuliert für das südliche Ende ein räumliches Pendant zum nördlichen Eingangsplatz, das dem LLZ einen angemessenen Vorplatz und somit einen geeigneten Auftritt verschafft und andererseits auch die topografische Bedeutung der Situation in einen räumlichen Ausdruck fasst. An der östlichen Längsseite dieses Platzes entwickelt sich das LLZ als allseitig-räumliche Skulptur, welche mit ihrem Hochpunkt sowohl den Platz und dessen Kante bespielt als auch zeichenhaft die Hangsilhouette bekrönt. Gleichzeitig ist die Skulptur auch Ausdruck der inneren Funktion des Gebäudes: Gemeinsam, synergetisch genutzte Bereiche befinden sich in Erd- und Tiefgeschoss, ABIP und Schulen unmittelbar darüber in den drei- bzw. viergeschossigen Bauteilen und die medizinische Fakultät im Hochhaus. Auf diese Art gelingt es, in einem gemeinsamen Lehr- und Lernzentrum die unterschiedlichen Nutzergruppen auch nach außen wahrnehmbar abzubilden.